Musiktheorie ist nicht gerade ein beliebtes Themengebiet. Viele Schüler und Studenten, auch Hobbypianisten sehen in den Theoriefächern eine lästige Pflicht, die mehr oder weniger absolviert werden muß.
Für mich ist die Musiklehre, die Grammatik der "Sprache" Musik, einfach ein Werkzeug. Sie dient nur dazu, die Musik besser zu verstehen um besser spielen zu können. Praktisch angewandt und am Instrument gelehrt leisten theoretische Kenntnisse großen Nutzen.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie ich Musiklehre in den Klavierunterricht einfließen lasse.
Eine Dur-Tonleiter (lat. durus=hart) besteht überwiegend aus Ganztonschritten, Halbtonschritte liegen vom 3. zum 4. und vom 7. zum 8. Ton. (zwischen E und F und zwischen H und C fehlen die schwarzenTasten.)
Wenn man zudem versteht, dass die Dur-Tonleiter aus zwei gleichen Viertongruppen (Tetrachorde) besteht, kann man die Tonleitern aller Dur-Tonarten nach einer kleinen Vorübung mühelos am Klavier spielen.
Diese Orientierung auf der Tastatur ist eine wichtige Grundlage. Alles Folgende wird leichter: Intervalle, Dreiklänge, Kadenzen usw.
PDF zum Download: Die Dur-Tonleiter
Reine Quarten sind am klavier leicht zu spielen, wenn man die Regel "weiß zu weiß - schwarz zu schwarz" beachtet. Nur zwei Ausnahme-Quarten muß man sich merken: f-b und fis-h.
"weiß zu weiß - schwarz zu schwarz" gilt auch bei Quinten, da Quinte und Quarte Umkehrintervalle (Komplementärintervalle) sind.
Ein Dreiklang besteht aus: Grundton - Terzton - Quintton.
Ebenso kann man sagen, der Dreiklang besteht aus zwei übereinanderliegenden Terzen.
Der Dur-Dreiklang hat unten eine "große", oben eine "kleine" Terz. Beim Moll-Dreiklang ist es umgekehrt, unten die "kleine", oben die "große" Terz.
Das Rahmenintervall, die reine Quinte, ist bei beiden gleich, Dur und Moll-Dreiklang unterscheiden sich also nur im mittleren Ton.
Dreiklänge lassen sich umkehren, man unterscheidet drei Formen:
Grundform: Grundton an tiefster Stelle - Terzton - Quintton
1. Umkehrung: Terzton - Quintton - Grundton an höchster Stelle.
2. Umkehrung: Quintton - Grundton in der Mitte - Terzton.
Dreiklänge kommen häufig in dieser dreistimmigen, "engen" Lage vor und sollten als Griffmuster jederzeit abrufbar sein.
Beim Spielen am Klavier denkt man zunächst am besten vom Grundton aus.
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